Predigt zu Weihnachten 2020

 

Predigt zu Weihnachten 2020

 

„Euch ist heute der Retter geboren“

Was löst das in Ihnen aus? - Nichts? Bei mir auch nicht.

Wir kennen die Geschichte,  wir hören schon gar nicht mehr richtig hin. Uns verzaubert und überrascht diese Geschichte nicht mehr. Ja, ja Jesus wird geboren. Happy Birthday, wir feiern Weihnachten. Hoffentlich ist es bald vorbei - der Familienstress, die Arbeit mit den Vorbereitungen, die Geschenke, die enttäuschten Erwartungen und dieses Jahr auch noch Corona und der Stress der damit zusammenhängt.

„Euch ist heute der Retter geboren“

So fühlt sich das meistens nicht an. Was ändert sich denn auch schon an oder durch Weihnachten? Corona bleibt, die kaputten Familien bleiben kaputt, Geldprobleme sind immer noch da, die gesundheitlichen Beschwerden, die Sorgen…

Und ich muss Ihnen gestehen, wenn ich es wage diese Gedanken mal zuzulassen wird mir mulmig. Dann denke ich:

Stimmt, was soll das Ganze eigentlich, es hat sich doch nichts verändert durch Weihnachten, oder? Wieso glaube ich an Gott - daran, dass Jesus unser Retter ist?

Ich kann verstehen, dass so viele Menschen über diese Fragen, diese Zweifel, dieses Gefühl nicht hinauskommen, denn es kostet auch mich Anstrengung. Ich muss mich fragen:

Wann erlebe ich Weihnachten, Rettung?

Ist Jesus Retter? Hat er mich gerettet? Wenn ja, wie?

So und ich stünde nicht hier, wenn ich das nicht erlebt hätte, aber es ist nicht so greifbar, keine Superman-Geschichte, in der ich aus einem brennenden Haus gerettet wurde oder vor einem Sturz in den Abgrund.

Er rettet mich davor meinen Sinn in etwas hier zu suchen und trotzdem davor alles für sinnlos zu halten.

Er rettet mich vor Lieblosigkeit.

Er rettet mich davor meine Sehnsucht mit Geld, Partnern, Kindern, Karriere oder ähnlichem stillen zu wollen.

Er rettet mich vor mir selbst.

Er rette mich davor alles selbst lösen zu wollen oder zu glauben, dass ich das könnte

Er rettet mich davor, meine Hoffnung auf Menschen, mich oder andere zu setzen und gleichzeitig davor, die Hoffnung aufzugeben.

Das klingt alles so schrecklich unkonkret, obwohl ich das alles mit sehr konkreten Erlebnissen und Momenten in meinem Leben verbinde. Mit Abenden, in denen ich verweint im Bett lag. Momente in denen ich fassungslos Nachrichten geschaut habe, oder verzweifelt auf dem Badezimmerboden sitze, mit ermutigenden Briefen, die ich bekommen habe, mit Gesprächen, Zeiten im Gebet, mit Liedern und Singen.

Ich weiß nicht ob sie jetzt sagen: Das ist ja schön für Sie Frau Pfarrerin, aber ich hab das nicht erlebt.

Oder  andererseits: das kenn ich doch schon alles.

Aber ich glaube es tut in jedem Fall gut sich das mal zu fragen:

Was wäre, wenn das stimmt: Dir ist heute der Retter geboren.

Worum würdest du ihn dann bitten?

Woran würdest du das merken? Oder merkst du es schon?

Schreiben Sie sich das gerne einmal auf!

 

Häufig merken wir nicht, dass uns ein Retter geboren wurde, selten geschieht genau das, was wir uns wünschen.

Aber wissen sie was, auch Weihnachten war nicht so, wie sich die Menschen das vorgestellt haben.

Überhaupt die Idee, dass Gott selbst sich herablässt und Mensch wird - absurd.

Und wenn schon, na dann aber als König, Kaiser oder irgendwer besonderes  nicht von einem unverheirateten Bauernmädchen, in einem dreckigen Stall!

 

Aber

Gott ist anders,

Gottes Wirklichkeit sieht anders aus,

Gottes Lösungen sehen anders aus.

SEINE Lösung für unsere Probleme scheinen immer Liebe zu sein, Liebe, die er schenkt, die er hat, die er ist

Uns zu lieben, dass sich in uns etwas verändert, damit wir etwas verändern. Das ist seine Rettung.

Was wäre, wenn das stimmt: Dir ist heute der Retter geboren.


Amen.

 

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