Andacht

 

Wochenspruch:

Der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und gebe sein Leben zu einer Erlösung für viele.

Matthäus 20,28

 

Psalm 43  

Gott, schaffe mir Recht
und führe meine Sache wider das unheilige Volk
und errette mich von den falschen und bösen Leuten!

Denn du bist der Gott meiner Stärke:
Warum hast du mich verstoßen?
Warum muss ich so traurig gehen,
wenn mein Feind mich dränget?

Sende dein Licht und deine Wahrheit, dass sie mich leiten
und bringen zu deinem heiligen Berg und zu deiner Wohnung,
dass ich hineingehe zum Altar Gottes,
zu dem Gott, der meine Freude und Wonne ist,
und dir, Gott, auf der Harfe danke, mein Gott.

Was betrübst du dich, meine Seele,
und bist so unruhig in mir?
Harre auf Gott; denn ich werde ihm noch danken,
dass er meines Angesichts Hilfe und mein Gott ist.

Ps 43,1 - 5

 

Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist
Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar
Und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

 

Besinnung

Ist es nicht so: 

Menschen kümmern sich.
Dabei steigt ihr Ansehen
bei denen, um die sie sich kümmern !?

Bei manchen ist es jedoch so:
Sie kümmern sich
um ihr Ansehen –
ohne sich um andere zu kümmern

Ansehen als Selbstzweck.
Aus Eitelkeit
Oder um andere für sich springen zu lassen -
Also aus Faulheit – oder
Aus der Gier nach Macht

Ja, dann wird was faul unter uns Menschen.
Dann wird das Recht anderer mit Füßen getreten.

Wo dies geschieht, wird eine Sehnsucht auf Menschlichkeit geweckt.  Sie spricht:

„Einmal wird er kommen
der erahnte Mensch.
Der sein Glück nicht
in der Schwäche der anderen sucht.
Der sich nicht verbraucht
im Kampf um den besten Platz.
Der eben nicht einbricht
unter dem Gewicht seiner Enttäuschung.“

So sind wir.
Hin und her gerissen.
Zwischen Geltungsdrang und Sehnsucht nach Heil. 

 

Evangelium für den Sonntag Judika

Markus 10, 35 – 45

Vom Herrschen und vom Dienen 

35 Da gingen zu ihm Jakobus und Johannes, die Söhne des Zebedäus, und sprachen: Meister, wir wollen, dass du für uns tust, um was wir dich bitten werden.
36 Er sprach zu ihnen: Was wollt ihr, dass ich für euch tue?
37 Sie sprachen zu ihm: Gib uns, dass wir sitzen einer zu deiner Rechten und einer zu deiner Linken in deiner Herrlichkeit.
38
Jesus aber sprach zu ihnen: Ihr wisst nicht, was ihr bittet. Könnt ihr den Kelch trinken, den ich trinke, oder euch taufen lassen mit der Taufe, mit der ich getauft werde?
39 Sie sprachen zu ihm: Ja, das können wir. Jesus aber sprach zu ihnen: Ihr werdet zwar den Kelch trinken, den ich trinke, und getauft werden mit der Taufe, mit der ich getauft werde;
40 zu sitzen aber zu meiner Rechten oder zu meiner Linken, das steht mir nicht zu, euch zu geben, sondern das wird denen zuteil, für die es bestimmt ist.
41 Und als das die Zehn hörten, wurden sie unwillig über Jakobus und Johannes.
42 Da rief Jesus sie zu sich und sprach zu ihnen: Ihr wisst, die als Herrscher gelten, halten ihre Völker nieder, und ihre Mächtigen tun ihnen Gewalt an.
43 Aber so ist es unter euch nicht; sondern wer groß sein will unter euch, der soll euer Diener (Diakon) sein;
44
und wer unter euch der Erste sein will, der soll aller Knecht (doulos – einer, der seine persönlichen Interessen hinter die Interessen der Allgemeinheit stellt)  sein. 
45 Denn auch der Menschensohn ist nicht gekommen, dass er sich dienen lasse, sondern dass er diene und sein Leben gebe als Lösegeld für viele.

 

Der Gedanke zum Evangelium 

Liebe Leser,

Der Name des Sonntags Judika leitet sich ab vom ersten Wort der lateinischen Antiphon „Judica me, Deus“,
in welcher die oben zitierten Worte des Psalms 43, 1 gesungen werden: „Schaffe mir Recht, Gott, und …“ 

Die Alte Kirche legte an diesem Sonntag die Worte des alttestamentlichen Psalms Jesus in den Mund, der auf dem Weg zu seinem Ende am Kreuz sich dem Mob sowie falschen und bösen Leuten gegenüber sah.

Allerdings: Jesus beantwortet die Falschheit und Bösartigkeit der Leute nicht mit gleicher Münze.
Jesus rächt sich nicht an ihnen.

Jesus fordert von seinen Gegnern auch nicht das Recht und die Widergutmachung.
Er bleibt seiner Sache treu.
Er widersteht dem eigenen Geltungsbedürfnis –
und der Anwendung von Gewalt.

Jesus bittet Gott um Recht und Widergutmachung.
Wenn einer Recht schaffen und alles wieder gut machen kann, dann ist es Gott

Im Evangelium geht es um die Frage nach Autorität, welche die Söhne des Zebedäus in einer Bitte an Jesus herantragen.  Sie wollen von Jesus einen Platz angewiesen bekommen, der ihnen Autorität bei dem Rest der Gruppe verschafft.
Jesus macht ihnen klar, dass Autorität nicht daher kommt, das man sie sich nimmt oder das man sie verliehen bekommt, sondern daher, dass man sich kümmert.
Autorität verleihen einem diejenigen, um die man sich kümmert. 

Blicken wir auf heute: So ist es doch interessant, wie das Corona-Virus die gesellschaftlichen Wertungen auf den Kopf stellt: Auf einmal sind die medizinischen Fachkräfte und die vielen unterbezahlten Schwestern und Pfleger unsere wahren Helden. Denn sie kümmern sich in der Krise, ebenso wie die vielen anderen, die für unseren Alltag sorgen! 

Für mich ergeben sich zwei Folgerungen:

  1. Ich stelle meine persönlichen Interessen hinter die Interessen des Wohls aller, indem ich mich und andere vor einer Infektion schütze.
  2. Nach dem Vorbild Jesu übe ich mich darin, groß und freundlich von Gott zu denken:

Gott ist es, der uns geschaffen hat samt allen Kreaturen,
der uns erhält und uns reichlich und täglich versorgt,
der uns in allen Gefahren beschirmt und vor allem Übel behütet und bewahrt. (vgl. Ev. Gesangbuch 855.2, S. 1316)

In Zeiten von Corona wirkt solch ein Gottvertrauen wie eine „Schutzimpfung“ gegen die Verzweiflung an den Folgen der Krise.

 

Vater unser –
Sprechen Sie bitte bewusst die Bitten des Vaterunsers!

 

Segen

Der Herr segne dich und behüte dich;
der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir
und sei dir gnädig: 

der Herr erhebe sein Angesicht über dich
und schenke dir seinen Frieden.

Amen

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