Wochenspruch

Gelobt sei Gott, der Vater unseres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten.
1. Petrus 1, 3

Psalm 116

1 Ich liebe den HERRN, weil er mich hört.

Er hört mich, wenn ich um Gnade flehe.

2 Ja, er hat mir ein offenes Ohr geschenkt.

Zu ihm will ich rufen mein Leben lang.

3 Stricke, die den Tod bedeuten,

haben mich umschlungen.

Ängste, die im Totenreich herrschen,

haben mich gepackt.

In Not und Kummer stecke ich fest.

4 Den Namen des HERRN will ich anrufen.

Ach, HERR, rette doch mein Leben!

5 Reich an Gnade ist der HERR und gerecht.

Unser Gott begegnet uns mit Erbarmen.

6 Der HERR beschützt die Unerfahrenen.

Ich war auf seine Hilfe angewiesen –

er hat mir geholfen.

7 Komm wieder zur Ruhe, meine Seele!

Denn der HERR hat dir Gutes getan.

8 Ja, du hast meine Seele vor dem Tod gerettet.

Mein Auge muss jetzt nicht mehr weinen.

Mein Fuß kommt nicht mehr ins Stolpern.

9 So darf ich vor dem Herrn weiterleben –

überall im Land der Lebenden.

10 Ich vertraue, auch wenn ich sagen muss:

»Mir ist es wirklich schlecht ergangen!«

 

Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist

Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar

Und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

 

Evangelium für den Sonntag Quasimodogeniti

Johannes 20, 19-20.24-29

Jesus zeigt sich - Thomas zweifelt

19 Es war Abend geworden an jenem Sonntag. Die Jünger waren beisammen und hatten aus Angst vor den führenden Juden die Türen abgeschlossen. Da kam Jesus, trat in ihre Mitte und sagte: »Frieden sei mit euch!« 20 Dann zeigte er ihnen seine Hände und seine Seite. Als die Jünger den Herrn sahen, kam große Freude über sie. 24 Als Jesus kam, war Thomas, genannt der Zwilling, einer aus dem Kreis der Zwölf, nicht dabei gewesen. 25 Die anderen Jünger erzählten ihm: »Wir haben den Herrn gesehen!« Thomas sagte zu ihnen: »Niemals werde ich das glauben! Da müsste ich erst die Spuren von den Nägeln an seinen Händen sehen und sie mit meinem Finger fühlen und meine Hand in seine Seitenwunde legen – sonst nicht!« 26 Eine Woche später waren die Jünger wieder im Haus versammelt und Thomas war bei ihnen. Die Türen waren abgeschlossen. Jesus kam, trat in ihre Mitte und sagte: »Frieden sei mit euch!« 27 Dann wandte er sich an Thomas und sagte: »Leg deinen Finger hierher und sieh dir meine Hände an! Streck deine Hand aus und lege sie in meine Seitenwunde! Hör auf zu zweifeln und glaube!« 28 Da antwortete Thomas: »Mein Herr und mein Gott!« 29 Jesus sagte zu ihm: »Du glaubst, weil du mich gesehen hast. Freuen dürfen sich alle, die mich nicht sehen und trotzdem glauben!«

 

Gedanken zum Evangelium

Wie gut ich Thomas verstehen kann!

Wie gern würde ich auch Gott sehen können, Ihn vorzeigen und sagen: Hier ist er, alle Zweifel können sich verabschieden.

Aber wir müssen aushalten in diesem Zustand – müssen vertrauen, nicht wissen. Und dabei bleiben Zweifel nicht aus, gehören wohl wesensmäßig zum Glauben dazu. Aber er sieht nicht immer gleich aus. Für die einen mag es eben die Frage nach Wahrscheinlichkeiten, nach Glaubwürdigkeit sein. Kann ich glauben, dass Gott da ist, obwohl ich Ihn nicht sehe? Kann es sein, dass die Erzählungen der Bibel wahr sind, obwohl ich solches noch nicht erlebt habe?

Für Andere äußert sich der Zweifel in der Frage wie bestimmte Dinge sich mit Gottes Wesen vereinbaren lassen. Wenn er gut ist, wieso passieren dann schlimme Dinge? Wenn er mächtig ist, wieso greift Er nicht durch?

Für mich wiederum äußert sich mein Zweifel oft in der Frage nach der Relevanz des Glaubens: Was hat das mit mir zu tun? Was haben die Geschichten, was hat Gott mit mir zu tun? oder überspitzt: Was bringt mir das? Was bringt mir der Glaube, das Beten, Bibel lesen?

 

Wir Menschen verurteilen solche Gedanken schnell, zumindest merke ich das bei mir. Als wäre der eine Zweifel besser als der andere.

Es gab eine Zeit in der Kirchengeschichte, da ließen sich die Gläubigen möglichst spät in ihrem Leben taufen, da sie Zweifel und Verfehlungen für nicht vereinbar mit deinem „guten“ christlichen Leben hielten. Man ließ sich also möglichst erst auf dem Sterbebett taufen.

 

Jesus zeigt uns hier mal wieder wie anders Gott das Ganze sieht. Jesus zeigt sich seinen Jüngern, aber Thomas ist nicht dabei. Als sie ihm erzählen, dass Jesus lebt und bei ihnen war, kann Thomas es nicht glauben – erst wenn er es selbst sieht und die Wunden berühren kann, sich also versichern kann, dass es Jesus ist, erst dann kann er es glauben.

Unsereins würde da vielleicht sagen: „Na dann Pech gehabt.“ Oder „Wie unverschämt!“

Jesus aber geht darauf ein.

Der Gott, der in Jesus durch die dunkelsten Stunden eines Menschenlebens gegangen ist, weiß was es bedeutet zu zweifeln, Angst zu haben, zu verzweifeln.

Thomas wird nicht abgemahnt oder zurechtgewiesen.

Jesus zeigt sich für ihn nochmal. Er kommt zu ihm.

Er kommt ihm nah, legt Thomas Hände in seine Wunden.

Jesus wirbt geradezu um Thomas, er wirbt um uns, um dich.

Ich glaube es ist nicht nur die Berührung die Thomas die Zweifel nehmen. Es ist dieser Gott, der ihm begegnet, auf ihn eingeht.

Zu ihm kann Thomas sagen: „Mein Herr und mein Gott!“

Das ist unser Herr und unser Gott. Amen.

 

Liedstrophe

Wach auf mein Herz die Nacht ist hin,

die Sonn ist aufgegangen.

Ermuntre deinen Geist und Sinn,

den Heiland zu umfangen,

der heute durch des Todes Tür

gebrochen aus dem Grab herfür

der ganzen Welt zur Wonne.

Evangelisches Gesangbuch 114

 

 

VaterUnser

 

Segen

Es segne dich Gott der Vater, der dich erschaffen hat.

Es segne dich Gott der Sohn, der sich dir zeigt.

Es segne dich Gott der Heilige Geist, der in dir lebt.

Amen.