Wochenspruch:

Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht.

Johannes 12,24

Psalm 84

Wohl den Menschen, die dich für ihre Stärke halten
und von Herzen dir nachwandeln!

Wenn sie durchs dürre Tal ziehen, wird es ihnen zum Quellgrund,
und Frühregen hüllt es in Segen.

Sie gehen von einer Kraft zur andern
und schauen den wahren Gott in Zion.

Herr, Gott Zebaoth, höre mein Gebet;
vernimm es, Gott Jakobs!

Gott, unser Schild, schaue doch;
sieh doch an das Antlitz deines Gesalbten!

Denn ein Tag in deinen Vorhöfen
ist besser als sonst tausend.

Ich will lieber die Tür hüten in meines Gottes Hause
als wohnen in der Gottlosen Hütten.

Denn Gott der Herr ist Sonne und Schild; der Herr gibt
Gnade und Ehre.
Er wird kein Gutes mangeln lassen den Frommen.

Herr Zebaoth, wohl dem Menschen,
der sich auf dich verlässt!

Ps 84,6-13

Ehr sei dem Vater und dem Sohn und dem Heiligen Geist
Wie es war im Anfang, jetzt und immerdar
Und von Ewigkeit zu Ewigkeit. Amen.

Besinnung

Ist es für viele von uns nicht so:

Es ist meistens ziemlich viel los in unserer Welt.
Oft ist es so viel, dass man sich verzettelt
und dabei seine ursprünglichen Lebensziele aus dem Blick verliert.

Und dann funktioniert man nur noch.

Man merkt nicht einmal mehr, wie man die Sehnsucht nach Leben nach und nach aufgegeben hat.
Das System, das wir uns erschaffen haben, will ja irgendwie am Laufen gehalten werden.
Und mit einem Mal lässt man die Hände in den Schoß fallen, weil ich sich nicht mehr konzentrieren kann,

weil es einen überfordert, das System…

Das System, ja –
Jetzt ist es auf einmal stehen geblieben, das System.
Das Corona-Virus hat es zum Stillstand gebracht.

Und erstaunlicherweise:

Was sich auftut, ist nicht Leere.
Was sich auftut, ist Zeit.
Zeit zur Besinnung.
Zeit für die Suche nach neuer Lebensqualität.

Lassen Sie sie uns nutzen,
damit jeder einzelne seinen Platz findet
als Geschöpf unter vielen interessanten Mitgeschöpfen.

Damit viele erkennen,
wo für sie der Sinn des Lebens
oder der Wille Gottes liegen kann.

 

Evangelium für den Sonntag Laetare

Johannes 12, 20 – 26

Die Ankündigung der Verherrlichung

20 Es waren aber einige Griechen unter denen, die heraufgekommen waren, um anzubeten auf dem Fest. 21 Die traten zu Philippus, der von Betsaida aus Galiläa war, und baten ihn und sprachen: Herr, wir wollten Jesus gerne sehen. 22 Philippus kommt und sagt es Andreas, und Philippus und Andreas sagen's Jesus weiter. 23 Jesus aber antwortete ihnen und sprach: Die Zeit ist gekommen, dass der Menschensohn verherrlicht werde. 24 Wahrlich, wahrlich, ich sage euch: Wenn das Weizenkorn nicht in die Erde fällt und erstirbt, bleibt es allein; wenn es aber erstirbt, bringt es viel Frucht. 25 Wer sein Leben lieb hat, der wird's verlieren; und wer sein Leben auf dieser Welt hasst, der wird's erhalten zum ewigen Leben. 26 Wer mir dienen will, der folge mir nach; und wo ich bin, da soll mein Diener auch sein. Und wer mir dienen wird, den wird mein Vater ehren.

 

Der Gedanke zum Evangelium

Liebe Leser,

In der Bildrede vom Weizenkorn schildert Jesus einen Prozess, den man selber nicht in der Hand hat.
So, wie das Weizenkorn.
Es kann sich nicht wehren.
Es kann auch nicht kontrollieren, was mit ihm passiert.

Womöglich hatte es seine Bestimmung darin, mit anderen Weizenkörnern gemahlen und in einer Hochzeitstorte verbacken zu werden.
Aber es hat keine Garantie darauf, dass es auch so kommt.

Hier kommt anders. Das Weizenkorn wird aussortiert, von den anderen getrennt.
Erst dadurch, dass es in der Erde vergraben wird und durch die Feuchtigkeit in der Erde aufquillt, beginnt eine Metamorphose, die Wandlung von einer Gestalt in eine andere.
Am Ende dieser Metamorphose steht die Ernte vieler neuer Weizenkörner.

Wer sich in Prozessen befindet, die er selbst nicht mehr in der Hand hat,
wer die Kontrolle über sich und sein Leben verliert,
wer sich mit einem Mal der Sicherheiten beraubt sieht, die er sich aufgebaut hatte, braucht starke Nerven.

Und er braucht gute Freunde.
Und die Solidarität der Gemeinschaft.
Und er braucht das Vertrauen, dass es danach und dahinter weitergeht.

Im Augenblick hat niemand eine Garantie darauf, dass ihm das Corona-Virus nicht in der einen oder anderen Weise schadet.
Aber das Vertrauen darauf, dass es eine Zeit nach Corona geben wird, die möchte ich lebendig halten.

Vertrauen braucht es, um das jetzt Richtige zu tun.
Das jetzt Richtige dämmt die Krise ein.
Das jetzt Richtige hilft uns und anderen zu überleben – möglicherweise besser zu leben als vorher.

 

Liedstrophe

EG 345, 1

Auf meinen lieben Gott
trau ich in Angst und Not;
der kann mich allzeit retten
aus Trübsal, Angst und Nöten,
mein Unglück kann er wenden,
steht alls in seinen Händen.

 

Segen

Der Herr segne dich und behüte dich;
der Herr lasse sein Angesicht leuchten über dir
und sei dir gnädig: 
der Herr hebe sein Angesicht über dich
und schenke dir seinen Frieden.

Amen

(Christoph Rau)

 

 

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